Konzert des Jahres

Es ist spät, deshalb nur ganz kurz: Der Auftritt von Lethal beim KIT war sensationell! Tom Mallicoats Gesang war göttlich. Ich hatte ja dezent gehofft, dass die Band an die Klasse von “Your Favorite God” und “Programmed” anknüpfen kann. Aber eine derart atemberaubende Leistung hätte ich beim besten Willen nicht erwartet. Weltspitzenklasse!

Johannes und Tom Mallicoat

Happy Birthday!

Five years ago Anglagard.net went online. There were many highs and lows. I don’t have time to go into details right now, but rest assured that some of the best moments in my life involve ÄnglagÃ¥rd. I never regretted that I built the homepage and the rewards have been and continue to be many (though not monetary).

Today also witnessed the birth of me on MySpace. I created an additional profile for my music.

The latest Änglagård single

Today I found the latest ÄnglagÃ¥rd single in my mailbox! Now why is this worth an update? Because it was released back in spring 1994. In England. On vinyl. Although it wasn’t cheap I didn’t have to pay a fortune, plus I still own my soul! So today’s a happy day. Now back to STATA.

Toto live in Stuttgart

Toto played at the Porsche Arena in Stuttgart on March 17th, 2007. They’re amazing musicians, so it was a real treat to watch them perfom. They played some really great songs, not just the big hits. Too bad they abbridged half of the songs. “Pamela” and “Caught in the Balance” sounded fantastic and it was fun to hear Bobby Kimball sing “Isolation”. The show couldn’t rival with the stunning gig they played in Böblingen back in 1999, but everybody had a good time this time around, anyway.

Steve Lukather, Leland Sklar, and Simon Phillip's arm

  1. Falling in Between
  2. King of the World
  3. Pamela
  4. Bottom of your Soul
  5. Caught in the Balance
  6. Don’t Chain my Heart
  7. Hold the Line
  8. Acoustic set
    • Stop Loving you
    • I’ll Be over you
    • Cruel
  9. Keyboard solo
  10. Rosanna
  11. Medley
    • I’ll Supply the Love
    • Isolation
    • Kingdom of Desire
    • Gift of Faith
    • Guitar solo
    • Hydra
    • Drum solo
    • Taint your World
  12. Gypsy Train
  13. Drag him to the Roof
  14. Africa

Studiotagebuch (Teil 3)

Basti und ich teilen uns die Bassspuren. Vergangenen Samstag nahm ich die tiefen Töne für zwei Stücke auf. Wir hatten unseren Spaß. Energie ist einfach wichtiger als Präzision! Ganz abgesehen davon sind die Basslinien wesentlich einfacher als die Gitarrenriffs. Folglich war nicht spielerisches Unvermögen, sondern debiles Lachen der häufigste Grund für den Abbruch eines Takes.

Mittlerweile haben wir auch einen Sänger bzw. Schreihals an der Angel. Er wird sich möglicherweise auch um die Texte kümmern.

Making Movies

I’m going to make a movie. I will keep you posted on the progress, but don’t expect things to develop too fast. A lot depends on things beyond my control, thus I’ll try to keep a low profile. I can’t even rule out the possibility that the whole thing goes to hell at some point. But I’m motivated and hopefully everything’s going to work out the way I anticipate it.

A few months ago I wrote the screenplay. There have been a few minor and one major revision in the meantime and now it’s 21 pages long. Thus, the movie will clock in at 20 minutes, give or take a few. In other words, it’s going to be a short movie. It’s going to be shot this summer or maybe even earlier. Please don’t expect a professional picture, let alone a proper commercial release. It’s all about making a movie with some friends and having some fun. I don’t have anything that deserves being called film making experience, after all.

I’m currently assembling the cast; or rather beginning to assemble the cast. Then I’m going to figure out a schedule for the shoot. Once that’s settled, I’ll have to look for a location. Rehearsals with the cast come next, preferably right before the actual shoot. Then it’s time to let the fun begin and film the scenes. As of today, there are 27 scenes, a few long ones and a lot of short ones. Finally, the movie will be cut and the sound will be slightly modified (i.e., music will be added). Depending on the quality of the results, I’ll consider further proceedings.

Lesetipps?

Heute früh hörte ich im Radio Joan Baez auf SWR1: sympathisch. Danach machte ich mich auf den Weg zur Uni. Im Briefkasten lag die “Gone From Danger”-CD, die ich bestellt hatte. Darauf singt Joan einige Lieder von Dar Williams und Richard Shindell. Von den beiden habe ich hier bereits genug geschwärmt. Deshalb zu einem anderen Thema: Kann bzw. will mir jemand Lektüre empfehlen? Mir ist übrigens durchaus bewusst, dass sich meine aktuelle Lektüre (Sartre) ziemlich mit meiner momentanen Lieblings-CD (“Sola Scriptura“) reibt. Allerdings schätze ich bei einem die Philosophie und beim anderen in erster Linie die Musik.

Verschwimmende Grenzen

Es gibt keine theoriefreien Beobachtungen. Getreu dieser Weisheit musste ich gestern Abend feststellen, dass ich das Wochenende über (zu) viel mit Stata gearbeitet habe. Folgende Szene spielte sich nämlich in meinem Kopf beim Blick auf den überfüllten Tisch in meinem Zimmer ab:
. use buegelbrett
. sort tisch
. buegel waesche01-waesche20

Momentaufnahme

Gerade höre ich das neue Album von Neal Morse. Es heißt “Sola Scriptura” und ist eine ungemein positive Überraschung. Ich habe bislang “nur” die ersten beiden Stücke gehört. Diese dafür mehrmals, weil sie ungemein fesselnd und vielschichtig sind. Und lang. 29 bzw. 25 Minuten lang zelebriert der ehemalige Spock’s Beard-Frontmann stimmungsvollen Progressive Rock. Manche Stellen sind unerwartet heavy. Die Atmosphäre ist ungewohnt düster und nachdenklich. Es gibt viele eingängige Momente, aber auch zahlreiche abgefahrene Takt- und Harmonieverschachtelungen. Schon jetzt steht fest: Dieses Album erfüllt sämtliche Erwartungen, die ich seinerzeit bei “Snow” hatte.

Keine Lieder über Solarzellen

Dieser Text (ursprünglich bei Vampster erschienen) richtet sich in erster Linie an aktive Musikerinnen und Musiker. Es ist ein Aufruf an alle, die Texte von Heavy Metal-Liedern schreiben: Emanzipiert euch! Die Zukunft des gesamten Musikstils hängt davon ab.

Das Fass ist übergelaufen. Auslöser dafür war kein Tropfen, Auslöser dafür war eine Flut, die eigentlich überdeutlich in meinem Plattenschrank zu sehen ist: Heavy Metal-Songtexte sind überwiegend primitiv und im höchsten Maße unoriginell. Die Erkenntnis ist wenig überraschend, aber doch erschreckend. Ich brauche nur blind ein Inlay aus dem CD-Regal herausgreifen und zwei, drei Zeilen lesen. Mit etwas Glück ist es die Dankesliste. Wahrscheinlicher geht es jedoch um Werte wie Freiheit und den Kampf gegen das Böse. Jeder Metal-Fan kann das bei sich zu Hause ausprobieren; einfach reingreifen und lesen. Es wird vage sein. Es wird schwammig sein. Und möglicherweise wird man feststellen, dass man die folgenden drölf Zeilen, die um der Reime Willen nahezu sinnfrei gehalten wurden, auswendig kennt. Man kennt tatsächlich Hunderte von Schlachthymnen, aber kein Rezept für leckeres Rissotto. Man kennt den Namen des Schwerts, mit dem Fingolfin zum Kampf gegen Morgoth auszog, weiß aber nicht, wie der Bundesverkehrsminister heißt. Man kennt 50 verschiedene Gedichte über die heldenhafte Rettung einer Prinzessin aus tiefstem Kerker, findet aber keine Worte um das Objekt seiner heimlichen Sehnsucht auf einen Kaffee einzuladen.

Beim zweiten Blick in den Plattenschrank wird mir klar, dass da eine ganze Menge Lieder drinstecken, die in ihrer Gesamtheit ungleich weniger Themen behandeln – und das meist ungemein oberflächlich. Wo sind ausgefeilte Gesellschaftstheorien? Wo sind konkrete Lösungsansätze für soziale Konflikte? Wo sind fesselnde Geschichten mit tiefgründigen Charakteren und verworrenen Handlungssträngen? Damit meine ich keinesfalls all jene Konzeptalben über Gehirnwäsche und Seelenwanderung, die einzig sprachlich verworren sind. Derart unlogische, überkonstruierte Inhalte machen mich immer ganz kirre; ein wenig Philosophie, reichlich Esoterik; ein wenig Fantasy, viel Mittelerdezweitverwertung; ein wenig Sinn, scheinbar unendlich viel Irrsinn. Selbstverständlich hat nicht jede gute Band ein lyrisches Talent in ihren Reihen. Doch bevor man deshalb einen weiteren stumpfen Text über Ehre und Tod – oder gar 12 davon – dichtet, sollte man nur mal bedenken, welche pragmatischen Vorteile es hat, wenn man Songtitel wie “Shopping Cart Race”, “Graveyard Girl” und “My PIN is 7144” statt “Glory of Steel”, “Lord of Darkness” und “Angel of War” hat. Jeder in der Band weiß sofort, um welches Lied es gerade geht, und das Publikum vergisst Band und Lieder nicht gleich nach der Umbaupause.

Neben der Einfältigkeit finde ich die Realitätsimmunität vieler Texte Besorgnis erregend. Eine Pubertät lang ist Fantasy ja ganz nett und ein bisschen Träumerei hat noch niemandem geschadet. Immerhin hören einige Leute die Musik nicht zuletzt, um vom Alltag etwas Abstand zu gewinnen. Dass aber jeder Ansatz von Bedeutung erbarmungslos von Metaphern (und solchen, die es werden wollen) erschlagen wird, sollte eigentlich zu einem umgehenden Boykott führen. Gerade wenn die Musik im Vordergrund stehen soll oder der Gesang ohnehin unverständlich ist, wäre es ein Frevel, die Texte für Zombiebanalitäten oder eben Religionsbeschimpfungen zu vergeuden. Schließlich gibt es mittlerweile ausgereifte memetische Religionstheorien, die ungleich effektiver und subversiver wirken, sowie die Möglichkeit mit Fachkräften aus Medizin und Forschung in Sachen Blut und Gedärme zu kooperieren. Und wenn’s im Studio mal schnell gehen muss, könnte man auch Beipackzettel nehmen. Zu Risiken und Nebenwirkungen hören Sie Grindcore!

Ich bin mir bewusst, dass meine Forderungen unrealistisch sind und ich möglicherweise der einzige bin, der sich fragt, was sein könnte. Und natürlich sieht die Sache bei anderen Musikstilen ähnlich aus. Doch genau das ist DIE Chance für den Heavy Metal, fit für die Zukunft zu werden. Der aktuelle Charthit über das gebrochene Herz wird so schnell gehen, wie er gekommen ist, und das Zielpublikum des Volkmusikschlagers über die Gaudi auf’m Dorffest stirbt langsam aber sicher aus – WENN denn der Heavy Metal aufwacht, sich textlich neu erfindet und die heutige Jugend davor bewahrt, in der Musik einzig den Soundtrack für Sauforgien und Paarungsrituale zu sehen. Dazu braucht es Speed Metal-Songs, die sich statt um die Mitternachtssonne um die Mitternachtsformel drehen – schon sind E-Gitarren mitten im Matheunterricht! Die Lücke zwischen “Alexander, The Great” und “Louis XIV” muss ebenfalls dringend mit frischem Edelmetall geschlossen werden. Langhaarige Gestalten werden dann nicht mehr länger Inselbegabte sein, die im Englischunterricht mit der Kenntnis von 17 Begriffen zur Übersetzung von töten/vernichten ihre mündliche Note retten.

Auch außerhalb der Schule gibt es unendlich viele Möglichkeiten! Warum nicht Doom Metal-Hymnen übers langsame Älterwerden und Ansätze zur Rentenfinanzierung? Warum nicht Death Metal-Songs darüber, dass das Baby, das man eigentlich von Herzen liebt, die dritte Nacht in Folge durchschreit und man den Zorn in sich aufsteigen spürt? Warum nicht Hardrock-Nummern über die Tücken von Steuererklärungen? Warum nicht Progressive Metal-Epen über objektorientiertes Programmieren? Warum nicht skurriler Humor auf einem Power Metal-Album, z.B. “Wenn der Drache seine Tage hat”?

Nur so wird der Heavy Metal die Welt retten können!