Posted in Music | June 28th, 2016 | Comments Off on Bad Religion live in Stuttgart
Seit ich als Teenager anfing, mich für Musik zu begeistern, fürchtete ich Aussagen von Bands im Sinne von “auf dem neuen Album klingen wir erwachsener”. Denn das war stets das Signal für einen (teilweise starken) Qualitätsabfall. Mehr noch, ich wollte (und konnte) mir gar nicht richtig vorstellen, dass die ganzen guten Bands, die es gab, mal erwachsen bzw. einfach alt werden würden.
Obgleich der Punk tot war, reiften Bad Religion im Laufe der Zeit, mal besser, mal schlechter. Insgesamt schaffte es die Band jedenfalls von der 80er-Kult-Combo zu 90er-Stars zu werden und danach – trotz einiger schwächerer Alben – authentisch zu bleiben. Den Vorwurf, immer wieder das gleiche Lied zu schreiben, bekam die Gruppe schon früh in ihrer Karriere zu hören. Das war ihr freilich egal.
Der Reife-, sprich Alterungsprozess war am Montag Abend auch im Publikum zu sehen. Im ausverkauften Longhorn tummelten sich eher ältere Semester und nur ganz vereinzelt gefärbte Haare und Irokesenschnitte. Bestand etwa die Gefahr der Altersmilde? Das unangekündigte, eher unharmonische Vorprogramm (The Rattlesnakes) verzögerte den Auftritt der Hauptband, doch als es kurz nach 21 Uhr schließlich mit “Crisis Time” losging, sprang die Stimmung ruckartig von abwartend relaxed auf begeistert tobend um. Und damit nicht genug. Bei “Stranger Than Fiction” zeigte sich, dass die Alben aus den 90er-Jahren offenbar zu den beliebtesten gehörten. Neben erwartbaren Klassikern wurden immer wieder großartiger Überraschungen eingestreut, meine persönlichen Highlights waren dabei “Skyscraper” (!), “Dearly Beloved” und “Against the Grain”. Gut, letzteres war vielleicht auch deshalb herausragend, weil es eine klitzekleine Verschnaufpause bot. Denn Sauerstoff war schon bald Mangelware in der Halle. Wie sollte es auch anders sein, wenn die komplette Menge von der Bühne bis zum Mischpult bei “21st Century (Digital Boy)” in Bewegung war? Die während des Auftritts konsumierten Getränke wurden umgehend in Schweiß verwandelt. Nicht hygienisch, aber großartig!
Greg Graffin verstand es, die insgesamt eher knappen Ansagen herrlich lakonisch rüberzubringen. Beispielsweise hätte die Band schon immer über soziale Ungleichheiten gesungen, wobei sie am Anfang in den untersten 10 Prozent gewesen seien und nun eben – Augenzwinkern – in den obersten. “Sinister Rouge” war toll, “Generator” sowieso. “Punk Rock Song” läutete den Zugabenblock ein, der mit “American Jesus” (“see him on the Autobahn”) bestens beschlossen wurde. Ziemlich genau 90 Minuten lang dauerte das Dauerfeuer aus flotten Punksongs – und für arg viel mehr hätte die Kondition (oder zumindest der Sauerstoff) vermutlich auch kaum gereicht. Fest stand auf alle Fälle, dass Bad Religion auch anno 2016 frei von Ermüdungserscheinungen das machen, was sie am besten können: drei Akkorde in musikalische Begeisterung und akustische Energie verwandeln.
Posted in Music | May 27th, 2016 | Comments Off on Dar Williams live in Krefeld 2016
Nach dem schönen Konzert am selben Ort im vergangenen Jahr kehrte Dar Williams am 25. Mai in die Kulturfabrik zurück. Im Vorprogramm bot diesmal Vanessa van de Forst recht gewöhnlichen Country-Pop mit einer facettenreichen Stimme. Neben Mainstream-lastigen Stücken wie “Middle of Nowhere”, “Ponchartrain”, “Twenty One” und “Lucky” gab es mit “Jolene” (Dolly Parton) und “Free Fallin'” (Tom Petty) zwei nette Coverversionen.
Ganz anders dann Dar Williams mit ihrem eigenwilligen Folk. Zu nahezu jedem Lied streute sie eine umfangreiche Erläuterung ein und vertonte Themen wie moralische Kompasse, Babysitter, griechische Göttinnen, Psychotherapie, Gender und (natürlich?) Hippies kongenial. Das mit lieblichster Stimme gesungene “Family” war für mich einer der Höhepunkte des Abends. Dar ging auch auf zahlreiche Publikumswünsche ein und wurde gleich zweimal für eine Zugabe auf die Bühne zurückgerufen.
Posted in Manticess | April 24th, 2016 | Comments Off on Manticess – new album “Relentlessly” out now!
The new Manticess album “Relentlessly” is released today! I’m very happy not just about us finally getting the CD out, but mainly about the music Susanne and I managed to produce. We did write all the material and Susanne sang on all tracks (except for the short instrumental “Clouds Are Passing By”). Still, the album would sound much worse if it weren’t for a number of guests and helpers. Just read the album credits and you’ll learn who was involved with what. I’ll be posting some memories, thoughts, and background information, once everyone had a chance to listen to the whole thing properly. Check it out!
Posted in Jutze 52 | April 17th, 2016 | Comments Off on Jutze live in Bittenfeld
Gestern hatte ich die Ehre im Vorprogramm von Nisse und Lars am Wasserturm in Waiblingen-Bittenfeld aufzuspielen. Es war mir eine Freude! Zur Feier des Tages kramte ich “Intelligenzkapazität” aus. Ansonsten lag der Schwerpunkt auf 52-Sekunden-Liedern wie “Konrad” und “Reis“. Hier ist die ganze Setlist:
Posted in Music | April 13th, 2016 | Comments Off on Element of Crime live in Ulm
Während ich häufig bei Konzerten auf die Hauptband warte und dem Vorprogram mit Skepsis begegne, war es letzten Dienstag umgekehrt. Nachdem ich Von wegen Lisbeth letztes Jahr in Potsdam und Stuttgart live gesehen hatte, wollte ich nicht bis zur Headliner-Tour im Herbst warten. So fuhr ich nach Ulm ins Roxy, wo um Punkt 20 Uhr die Lichter ausgingen und Element of Crime-Frontmann Sven Regener die Vorband ankündigte mit den Worten “Die sind halb so alt wie wir und doppelt so gut. Sie sind jung. Sie sind schön und sie sehen toll aus und sie können übers Wasser wandeln. Sie geben sich selbst einen seltsamen Namen, aber den tragen sie mit Stolz und Würde. Hier sind sie: Von wegen Lisbeth.”
Dem habe ich eigentlich nur wenig hinzuzufügen. Los ging es mit “Bäreneck”, dessen Stimmung gleich gut beim Publikum ankam. Nach “Mon Cheri” folgte der wohl poppigste Titel des Abends, nämlich “Sushi”. Spätestens hier kippte dann die Abwarthaltung der meisten Zuschauer, denn es folgte lautstarker Applaus. “Zimmer” unterstrich anschließend die ausgezeichnete Passung Von wegen Lisbeth mit der Hauptband, die man so eigentlich gar nicht zwischen Indie-Pop und Retro-Romantik-Melancholie erwarten würde. Noch melancholischer wurde die Stimmung dann bei einer neuen Ballade. “Lang Lebe die störung im Betriebsablauf” war auch schon der letzte Song, der bislang nichts von seinem Reiz eingebüst hat – im Gegenteil, gerade live ist der Groove herrlich mitreißend. Dankenswerterweise war der Sound bestens ausgesteuert und die Lautstärke nicht übertrieben. Zum Glück gibt es im kommenden Herbst eine Headliner-Tour der Truppe, wo sie dann sicher länger als 25 Minuten spielen (dürfen).
Zwanzig Minuten später betraten dann Element of Crime die Bühne. Der Sound war verblüffend nah an den Studioaufnahmen dran. Gerade die Rhythmusgruppe wirkte recht zurückhaltend. Richtig lebendig wurde die Musik durch die gefühlvolle Lead-Gitarre und natürlich durch den charismatischen Gesang von Regener. Als Gelegenheitshörer von Element of Crime freute ich mich über den tollen Sound, da die Texte gut verständlich waren und immer wieder mit faszinierenden Ausdrücken (“ex-Spargelkönig”) begeisterte. Das Publikum lauschte eher zurückhaltend, spendete aber zwischendurch kräftig Applaus. Dreimal zwei Songs als Zugabe waren die logische Konsequenz eines kurzweiligen Auftritts in der gut gefüllten Roxy-Werkhalle. Meine Lieblingsstücke des Konzerts waren “Immer da wo du bist bin ich nie”, “Immer noch Liebe in mir” und das flotte “Mehr als sie erlaubt”.
Posted in Jutze 52 | April 10th, 2016 | Comments Off on Jutze kommt nach Bittenfeld
Am kommenden Samstag, den 16. April werde ich in Waiblingen-Bittenfeld als Vorprogramm von Nisse & Lars aufspielen. Los geht der Liedermacherspaß um 18 Uhr. Wer eine Anfahrtsbeschreibung braucht oder Liedwünsche hat, melde sich gerne bei mir. Es gibt auch ein Facebook-Event dazu.
Posted in Jutze 52 | January 27th, 2016 | Comments Off on Jutze live in Saarbrücken
Gestern sang ich erstmals in Saarbrücken vor Publikum ein paar 52-Sekunden-Lieder – und auch ein paar etwas längere Songs. Es gab ein paar Live-Premieren von neuen wie alten Stücken. Es war ein schönes Fest. Also es hat zumindest niemand panisch den Raum verlassen, als ich zu singen anfing. Meine Stimme hielt durch. Juhu! Am Ende habe ich sogar mehr Lieder gespielt gehabt als geplant, nämlich diese hier (in eben jener Reihenfolge):
Posted in Jutze 52 | December 28th, 2015 | Comments Off on Jutze 52 #52 – Boogie Woogie Weihnachten
This is the final song of this year’s batch of 52-second songs. I made it! Somehow I found the energy and time and ideas to create 52 songs. Right now I’m just happy that next week I won’t have to come up with yet another short song.
The final installment was written during, you guessed it, Christmas. After listening to some boogie woogie I decided to rock around the Christmas tree a bit. Nothing fancy, but I like it.
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Weihnachten
Boogie Woogie Gänsebraten
Der Weihnachtsmann kommt zu Fuß
Die Rentiere haben den Blues