Archive for the 'Books' Category

Umzug, Die Stimme des Herrn

Ab Oktober werde ich für sechs Monate (wieder) in Waiblingen wohnen. Damit endet auch mein diesjähriger Lesesommer, der mit “Die Stimme des Herrn” (Stanislaw Lem) einen würdigen, wenn auch stellenweise etwas verwirrenden Abschluß fand. Persönlicher Tipp: Das Vorwort einfach ignorieren!

Lesesommer (II)

  • 12. September 2004: “Das Glasperlenspiel” (Hermann Hesse)
  • 2. September 2004: “Freizeichen” (Ildikó von Kürthy)
  • 1. September 2004: “Der Richter und sein Henker” (Friedrich Dürrenmatt)
  • 31. August 2004: “Douglas Adams’ Raumschiff Titanic” (Terry Jones)
  • 30. August 2004: “Romeo” (Elise Title)
  • 28. August 2004: “The Great Gatsby” (F. Scott Fitzgerald)
  • 26. August 2004: “Aus dem Leben eines Taugenichts” (Joseph von Eichendorff)
  • 25. August 2004: “Blockade” (B. N. Ball)

Lesesommer (I)

Ich lese. “Im Westen nichts Neues” (Erich Maria Remarque), “Der Unbesiegbare” (Stanislaw Lem), “True” (Tom Tykwer) und “Hochzeit in Konstantinopel” (Irmtraud Morgner).

Schon vor einiger Zeit habe ich die “His Dark Materials”-Trilogie (Philip Pullmans) verschlungen. Anders kann man es nicht nennen. Selten habe ich derart kompakte Bücher gelesen! Leider konnte der Inhalt nicht ganz mit der tollen Ausformulierung mithalten. Das lag zum Teil an der Erzählgeschwindigkeit, die bisweilen Brüche in der logischen Struktur erzwang, zum Teil auch an der Fülle an magischen Personen und Gegenständen. Am meisten Probleme bereitete mir allerdings die Grundidee der Geschichte. Was bei einem Film wie “Dogma” noch funktioniert, führt hier beim Krieg der Mächte zu einigen moralischen Dilemmas (wie z.B. Lord Asriels Energiequelle am Ende von “The Golden Compass”) und einem meiner Meinung nach unbefriedigendem Ende. Trotzdem waren die drei Bücher besser als die meisten anderen mir bekannten Fantasy-Geschichten und enthielten unzählige Nuancen, die mich zum Denken, Schmunzeln und Weinen brachten.

Es war einmal in der Uni-Bib…

Ich bin gerne in der Konstanzer Uni-Bib. Solange man nicht vollkommen auf ein bestimmtes Thema fixiert ist (z.B. das linke Augenlid des Krokodils), kann man darin problemlos zwei, drei Jahre bleiben, ohne dass es einem langweilig wird. Natürlich sollte dafür nicht nur die Fähigkeit zu lesen da sein, sondern es sollte einem schon Freude bereiten, in Büchern zu stöbern, an ihnen zu riechen und sie bei besonders spannenden, amüsanten, einsichtsreichen Stellen mit verkrampften Händen festzuhalten, als wäre das eigene Leben daran gebunden.

Ich war heute dort und habe auch prompt wieder mehr Bücher ausgeliehen, als ich eigentlich geplant hatte. An dieser Stelle sei bemerkt, daß ich dazu übergangen bin, mehrere Bücher parallel zu lesen. Besonders wenn die einzelnen Bücher wenig miteinander zu tun haben, funktioniert das sehr gut. Bei inhaltlich verwandten Büchern wird es schwieriger, obwohl hier der Trick hilft, das eine Buch auf deutsch und das andere auf englisch zu lesen. Bevor ich fortfahre, will ich allerdings jegliche Schuld für etwaige Verwirrungen, die dieses Update mit seinen unzähligen Einschüben schaffen könnte, von mir weisen!

Es gibt also immer wieder Bücher, die ich nicht von vorne bis hinten durchlese. Bei manchen lasse ich einfach Teile aus bzw. picke lediglich die (in meinen Augen) relevanten/interessanten Abschnitte heraus. Das geht natürlich nicht bei allen Büchern (gut). Dagegen funktioniert diese Lesemethode bei einem der Bücher, die ich heute ausgeliehen habe, einwandfrei. Das Buch ist von Richard P. Feynman und heißt “Surely You’re Joking, Mr. Feynman!”. Hobby- wie Profi-Physiker bekommen beim Namen des Autors vielleicht feuchte Hände. Mir sagte er bis gestern nichts. Aufmerksam wurde ich auf eines seiner Bücher (“QED – Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie”, das ich als in ständiger Angst vor chemischen Anschlägen lebender Nicht-Physiker auch gleich mitgenommen habe), als ich die Homepage von Jens Johansson durchstöberte. Die Homepage verdient an sich ein eigenes Update, das sich allerdings dadurch erübrigt, daß jeder die Seite selbst anschauen und sich ein eigenes Urteil bilden kann, wodurch ein Update redundant wird. Ich möchte nur kurz erwähnt haben, daß die Seiten rocken und ich schon lange keine derartig unterhaltsame virtuelle Entdeckung gemacht habe.

Doch weg von Stratovarius-Keyboardern und Quantenelektrodynamik und zurück zu meiner Vorliebe für Bücher, in denen man zwischendurch mal ein bißchen lesen kann. Leider will mir keine prägnantere Bezeichnung dafür einfallen. Es dürfte aber klar sein, daß damit nicht “Der Herr der Ringe” (J.R.R. Tolkien) oder “Patterns of Democracy” (Arend Lijphart) gemeint sind. Bei “Statistik programmiert” (Celeste McCollough / Loche van Atta) steht amüsanterweise in der Einleitung, daß man sich nicht länger als 30 Minuten am Stück mit der Materie beschäftigen sollte. Natürlich sind die einzelnen Abschnitte (größtenteils) nicht unabhängig voneinander. Ich will an dieser Stelle aber nicht genauer auf den Aufbau des Buchs eingehen – wer sich dafür (d.h. den strukturellen Aufbau) interessiert, der findet mehrere Exemplare in der Lehrbuchsammlung der oben erwähnten Uni-Bib) -, sondern auf “Surely You’re Joking, Mr. Feynman!” zurückkommen. Der Autor erzählt darin jede Menge (wahrer) Geschichten aus seinem bewegten Leben. Obgleich es eine chronologische Ordnung gibt, sind die einzelnen Abschnitte in sich abgeschlossen. Somit eignet sich auch dieses Buch besonders zur Überbrückung von Wartezeiten. Doch nicht nur auf die Form kommt es an. Denn noch immer spielt der Inhalt eine wichtige Rolle. (Wer meint, er würde eine entscheidende Rolle spielen, sollte mal einen Blick in “House of Leaves” von Mark Danielewski werfen, das nebenbei bemerkt ebenfalls in der Uni-Bib KN vorhanden ist.) In diesem Fall hat er weniger mit Physik zu tun. Obwohl der Aufbau einzelne, kurze Lesephasen erlaubt, habe ich am heutigen Nachmittag bereits das halbe Buch gelesen; natürlich nicht von Anfang an, sondern jeweils eine recht willkürlich gewählte Einzelgeschichte. Allen, die das hier lesen, kann ich das Buch jedenfalls empfehlen.

Wenngleich mir die Idee zwar gut gefällt, werde ich selbst allerdings in absehbarer Zeit nichts schreiben, das ähnlich autobiographische Züge aufweist. Stattdessen sind folgende Dinge geplant: Uni, Musik, Praktikum, fiktive Literatur und Wäsche waschen.

Sonstige Nachrichten: Im Rahmen der in diesem Update beschriebenen Handlungen war ich u.a. in der N-Bib, wo ich doch glatt einen neuen Raum entdeckte (vgl. “House of Leaves”), namentlich den mit den Physik-Monographien.

Taran, Reinhard Mey

Am Wochenende habe ich endlich die letzten beiden Taran-Bücher von Lloyd Alexander gelesen. Am Ende war ich ganz ergriffen. Bis zum letzten Satz hielt sich die Stimmung, was bei insgesamt 750 Seiten äußerst bemerkenswert ist.

Außerdem gibt es heute mal wieder ein paar Top5-Listen. Zuerst die (meiner Meinung nach) besten Lieder von Reinhard Mey:

  1. Es gibt keine Maikäfer mehr (live)
  2. Viertel vor sieben (live)
  3. Wie ein Baum, den man fällt (live)
  4. Das Narrenschiff
  5. Herbstgewitter über Dächern (live)

Und dann noch die besten Lieder von Reinhard Mey, die es nicht in die obige Liste geschafft haben:

  1. Mein Land (live)
  2. Bevor ich mit den Wölfen heule (live)
  3. Über den Wolken (live)
  4. Nein, meine Söhne geb’ ich nicht (live)
  5. Die Ballade vom Pfeifer (live)

Geschichtenerzähler

Letzten Montag habe ich jemandem die Geschichte von der Rückkehr des Königs erzählt. Die einzigen Hilfsmittel waren das Vorwissen aus den ersten beiden Filmen, sowie eine Karte von Mittelerde und 24 KinderRiegel-Sammelbildchen. Zwanzig Minuten lang folgte so jedem zweiten Satz entweder “Aber das kommt im Film gar nicht vor.” oder “Das ist im Film anders und dementsprechend nicht so toll wie im Buch.” Es war aber eine schöne Sache (zumindest für mich), da die Geschichte ja so unglaublich mächtig ist, und ich das noch nie gemacht habe. Und ich vermute, daß ich auch nie wieder die Gelegenheit haben werde, weil die meisten Leute ja entweder sich gar nicht für das Buch interessieren – möge ein grausamer Tod sie ereilen -, oder es bereits kennen, oder aber einen töten, wenn man das Ende erzählt, weil sie es noch nicht gelesen bzw. den (letzten) Film noch nicht gesehen haben.

Aus gegebenem Anlaß gibt es jetzt noch meine Top 5-Liste der peinlichsten CD-Singles in meiner Sammlung:

  1. Steve Young: Viva Mallorca
  2. The Kelly Family: Oh, It Hurts
  3. Britney Spears: From The Bottom Of My Broken Heart
  4. Blümchen: Heut’ ist mein Tag
  5. t.A.T.u.: Not Gonna Get Us

Zu dieser Liste muß ich anmerken, daß die Auswahl nicht zuletzt aufgrund der Bestürzung, die bestimmte Namen bei meinen Mitmenschen im Laufe der Zeit ausgelöst haben, stattfand. Zu meiner Verteidigung sei außerdem erwähnt, daß 1. und 3. mir ohne mein Zutun geschenkt wurden. Dergleichen würde ich niemals kaufen.

Die Welt hat sich weitergedreht.

Vor weniger als zwei Minuten habe ich “Wolfsmond” von Stephen King gelesen. Dabei hörte ich – wie könnte es anders sein – “Somewhere Far Beyond” von Blind Guardian. Das Buch bekam ich 2003 zu Weihnachten, die Musik genau 11 Jahre vorher. Ob Roland den Dunklen Turm je erreichen wird, werden zwar erst “Susannah” und der abschließende siebte Teil “Der Dunkle Turm” zeigen, die später dieses Jahr (zumindest auf englisch) erscheinen werden. Doch auch Teil Nr. 5 wußte zu gefallen. Es gab sehr viel Palaver, wobei natürlich (?) die Geschichte(n) von Jericho Hill mit am fesselndsten war(en).

Außerdem lese ich (neben 5 anderen Büchern) gerade noch “Die Macht der Meme” von Susan Blackmore, dessen erstes Kapitel bereits sehr zu begeistern weiß. Arg viel weiter bin ich noch nicht vorgedrungen, da die Geschichte des Revolvermanns aus Gilead doch eine gewisse Lesedynamik entwickelte.

i

Ihr könnt jetzt bei Interesse die Kurzgeschichte “i” lesen, welche ich zusammen mit Peter Fischer vor geraumer Zeit geschrieben habe.